DEN Immobilienmarkt per se gibt es bekanntlich nicht. Preisentwicklungen sind stets objekt-, lage- und segmentspezifisch zu beurteilen. In der Stadt Zürich sowie an beiden Seeufern zeigt sich aktuell ein Überangebot an grossen, luxuriösen Eigentumswohnungen mit ambitionierten Preisvorstellungen.
Entgegen vielfach geäusserten Prognosen eines Preiseinbruchs oder einer Immobilienblase blieb der Zürcher Wohnimmobilienmarkt 2025 sehr stabil. Die effektiv erzielten Preise liegen teilweise weiterhin über dem Vorjahresniveau. Eine akute Immobilienkrise ist nicht erkennbar. Gleichzeitig ist jedoch eine Beruhigung der Preisentwicklung sowie eine Verlangsamung der Transaktionsgeschwindigkeit festzustellen. Käufer agieren selektiver, preissensitiver und nehmen sich mehr Zeit. Für 2026 erwarten wir überwiegend seitwärtstendierende bis höhere Preise bei einzelnen Objektkategorien.
Belastend wirken die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten, geopolitische Risiken, mögliche Stellenabbauten sowie verschärfte Finanzierungsrichtlinien.
Welche Immobilien gesucht sind…
Einfamilienhäuser an guten Lagen bleiben stark nachgefragt, insbesondere auch ältere Objekte mit kalkulierbarem Renovationsbedarf. Bauland an attraktiven Standorten erweist sich weiterhin als konjunkturresistent. Bei Eigentumswohnungen liegt der Fokus zunehmend auf mittelgrossen Einheiten mit effizienten Grundrissen. Flexible Raumkonzepte und zeitgemässe Architektur gewinnen an Bedeutung.
welche weniger…
Grosse Eigentumswohnungen mit ineffizient genutzter Wohnfläche stehen aufgrund des hohen absoluten Preisniveaus unter Druck. Lange Wartezeiten bis zum Bezug bei Neubauprojekten wirken zunehmend verkaufshemmend. Die weiterhin hohe Zahl neu erstellter Wohnungen, deren Bauland vielfach zu Spitzenpreisen erworben wurde, dürfte die Vermarktungsdauer verlängern und preisdämpfend wirken.
Finanzierung und Preiseinschätzung
Die Massnahmen von SNB und FINMA zeigen Wirkung. Höhere Eigenmittelanforderungen und vorsichtigere Verkehrswertschätzungen der Banken führen zu realistischeren Preisvorstellungen. Gleichzeitig nehmen die Bewertungsdifferenzen zwischen einzelnen Schätzungen wieder zu – ein Zeichen erhöhter Unsicherheit bezüglich nachhaltiger Marktwerte.
Renditeobjekte
Im Segment der Mehrfamilienhäuser erwarten wir keine wesentlichen Preisveränderungen. Die Anfangsrenditen scheinen nach unten ausgereizt. Aufgrund weiterhin tiefer Zinsen bleiben Renditeobjekte teuer, auch wenn einzelne Investitionsentscheide aus langfristiger Sicht kritisch zu beurteilen sind.
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